Pressemeldung vom 24. Februar 2021

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Raffinerien haben Zukunft in einem klimaneutralen Europa

Treibhausgasarme Kraft- und Brennstoffe und damit grüne Raffinerien sind notwendiger Bestandteil eines klimaneutralen Europa 2050: Das ist das wichtigste Ergebnis des 10. EU Refining Forum. An dem in Brüssel organisierten Online-Treffen nahmen Vertreter der EU-Kommission sowie von EU-Parlament, EU-Mitgliedstaaten, der europäischen Industrie, Zivilgesellschaft und Branchenverbänden wie dem MWV teil.

„Die Teilnehmer dieser wichtigsten jährlichen europäischen Veranstaltung rund um Raffinerien haben die entscheidende Rolle von Biofuels und E-Fuels in allen Bereichen des Verkehrs zum Erreichen der Klimaziele anerkannt und hervorgehoben“, sagte MWV-Hauptgeschäftsführer Prof. Christian Küchen zum Raffinerieforum, das ist in diesem Jahr online am 18. Februar stattfand. „Dazu gehören auch die EU-Vertreter selbst.“

Mobilität und Klimaschutz gehen Hand in Hand

Mehr denn je sei klar, so Küchen weiter, dass die weitere Entwicklung von Mobilität, Wärme und Industrie Hand in Hand mit mehr Klimaschutz gehen müsse. „Und das geht nur mit Raffinerien, die mit Unterstützung von EU und nationalen Regierungen von Jahr zur Jahr grüner werden müssen. Konkret heißt das: zunehmender Ersatz von Mineralöl durch alternative Roh- und Einsatzstoffe wie nachhaltig erzeugte Biomasse sowie recycelte Abfall- und Reststoffe.“

EU-Energiekommissarin Kadri Simson betonte auf der Konferenz, im Jahr 2050 werde die Energie im Verkehrssektor „aus einem Mix aus grünem Strom, Biofuels, Wasserstoff, Biomethan und E-Fuels stammen. Die europäische Raffinerie-Initiative „Klimafreundliche Kraft- und Brennstoffe in allen Sektoren“ (Clean Fuels for All) sei ein Schritt in diese Richtung.

Treibhausgasarme Kraftstoffe brauchen volle EU-Anerkennung

Die Vizegeneralsekretärin der europäischen Industrie-Allianz IndustriAll, Judith Kirton-Darling, forderte, die EU müsse in ihre Klimastrategie alle Branchen einbeziehen, die gewillt seien, zu den Pariser Zielen beizutragen, „und nicht nur vermeintliche Gewinner“. Bei der geplanten EU-Vorschrift zur nachhaltigen Finanzierung geförderter Investitionen („Taxonomie“) dürfe es keine „schwarze Liste“ geben. Dazu ergänzte die EU-Parlamentarierin Anna-Michelle Asimakopoulou, die Taxonomie müsse sämtliche Technologieoptionen berücksichtigen, auch nachhaltige Kraftstoffe sowie Fahrzeuge, die mit nachhaltigen Kraftstoffen betrieben werden.

John Cooper, Generaldirektor des europäischen Raffinerie-Dachverbands FuelsEurope, mahnte, die EU-Klimastrategie enthalte zwar Elemente zugunsten flüssiger Energien, aber diese werde „noch nicht von allen Teilen der EU-Kommission gleichermaßen so gesehen“.

Zusammenarbeit mit der Politik

Dazu Küchen abschließend: „Es besteht weitgehend Grundkonsens, dass wir für Klimaneutralität in Europa 2050 alle Energie-Optionen brauchen. Wir wollen mit EU, Bundesregierung, Bundestag, Ministerien und den Landesregierungen weiter im Gespräch bleiben, welchen Beitrag die europäische und deutsche Raffineriebranche dazu leisten kann und muss.“

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