Pressemeldung vom 18. Januar 2021

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„Ohne hohen CO2-Preis kein effektiver Klimaschutz“

Zum Erreichen der ehrgeizigen Klimaziele im Verkehr ist ein ausreichend hoher CO2-Preis auf fossile Kraftstoffe notwendig. „Dies ist durch eine Umwandlung der bestehenden Energiesteuer zu einer CO2-Steuer relativ einfach umsetzbar“, sagte Prof. Christian Küchen, Hauptgeschäftsführer des Mineralölwirtschaftsverbandes, auf dem Online-Kongress „Kraftstoffe der Zukunft 2021“ in Berlin. „Andersherum ausgedrückt: Ohne einen hohen CO2-Preis ist effektiver Klimaschutz im Verkehr nur sehr schwierig oder sogar gar nicht zu erreichen.“

Sicher sei, dass flüssige Energieträger und Rohstoffe weiter gebraucht werden – nicht nur für Schiff-, Luft- oder Schwerlastverkehr, sondern auch in der chemischen Industrie sowie für Pkw, so Küchen. Um die Klimaziele zu erreichen, müsse diese Energie treibhausgasneutral werden. „Ein wesentliches Instrument ist dabei die Einführung eines substanziellen CO2-Preises auf fossile Kraftstoffe.“

Starthilfen können CO2-Preis nicht ersetzen

Zwar sei eine staatliche Starthilfe wichtig für erneuerbare Kraftstoffe (siehe Grafik). Dazu zählen Fördermittel für Forschung und zur Entwicklung klimafreundlicher Technologien, feste Beimischungsquoten etwa für synthetisches Kerosin, ambitionierte Treibhausgasminderungsquoten für Kraftstoffe insgesamt sowie die Berücksichtigung klimaneutraler Kraftstoffe in den CO2-Flottengrenzwerten der EU. Küchen: „Sie können aber einen CO2-Preis nicht ersetzen.“

Wird die bisherige Energiesteuer in einen hohen CO2-Preis auf fossile Kraftstoffe umgewandelt, ergibt sich ein wirtschaftlicher Anreiz für Anbieter, herkömmliches Benzin und Diesel zunehmend durch erneuerbare Kraftstof-fe zu ersetzen. Denn diese sind über ihren Produktions- und Nutzungszyklus teilweise oder komplett CO2-frei und damit entsprechend von der CO2-Steuer befreit. Das bedeutet Klimaschutz in der heutigen Pkw-Flotte.

Der Weg zum Ziel sei die Umwandlung der heutigen Energiesteuer in eine CO2-Bepreisung, so Küchen: „Die 65 Cent Energiesteuer auf einen Liter Benzin etwa entsprechen knapp 275 Euro je emittierte Tonne CO2. Mit dem zu Jahresbeginn eingeführten CO2-Aufschlag über das nationale Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) ergäbe sich in der Summe ein CO2-Preis von 300 Euro. Wenn der jetzt national eingeführte CO2-Preis in einen echten Emissionshandel überführt wird, kann der Preis über die Jahre weiter in Richtung 400 Euro je Tonne CO2 steigen.“ Weil dieser Preis nicht für klimafreundliche Kraftstoffe gilt, werden diese zunehmend wettbewerbsfähig, ohne dass auf für die Verbraucher über den CO2-Preis im Brennstoffemissionshandelsgesetz hinaus hohe Mehrkosten zukämen.

Straßenverkehr gut für erneuerbare Kraftstoffe geeignet

Im Straßenverkehr sei es am ehesten möglich, einen solch hohen CO2-Preis durchzusetzen. Denn hier sei die Zahlungsbereitschaft der Verbraucher größer als in anderen Sektoren und der Vorteil der Steuerfreiheit für treibhausgasarme Kraftstoffe aufgrund der hohen Energiesteuer besonders hoch. In den anderen Sektoren gebe es derzeit keine zu Benzin und Diesel vergleichbar hohe Steuer. „Wenn sich die erneuerbaren Kraftstoffe aber im großen Stil bei Pkw und Nutzfahrzeugen etablieren, werden sie aufgrund von Skalenvorteilen auch für die anderen Bereiche preislich interessant“, so Prof. Küchen abschließend.

 

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