Pressemeldung vom 22. Dezember 2017

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MWV-Bilanz 2017: Mineralöl-Absatz legt zu

Die deutsche Mineralölwirtschaft blickt auf ein gutes Jahr zurück. Der Gesamtabsatz aller Mineralölprodukte im Inland steigt nach vorläufigen Berechnungen des Mineralölwirtschaftsverban-des (MWV) in diesem Jahr um drei Prozent von 103,5 auf 106,6 Millionen Tonnen. Maßgeblichen Anteil daran hatte die heimische Produktion in den 15 großen Raffinerien von Schleswig-Holstein bis  Bayern.

„Der Grund für das Absatz-Plus ist das gute Wirtschaftswachstum in diesem Jahr – in Kombination mit den unbestrittenen Vorteilen von Mineralölprodukten“, sagte MWV-Hauptgeschäftsführer Christian Küchen zur Jahresbilanz der Branche. „Benzin und Diesel, aber auch weitere Erzeugnisse unserer Branche wie Heizöl, Flugzeugkraftstoff und Chemie-Vorprodukte, sind jederzeit verfügbar und langfristig lagerbar. Sie sind nicht nur die Grundlage von Mobilität und Wärme, sondern auch von tausenden von Alltagsprodukten.“

Der Absatz von Kraftstoffen erhöht sich den Schätzungen zufolge gegenüber dem Vorjahr um jeweils zwei Prozent auf 38,7 Millionen Tonnen bei Diesel und 18,6 Millionen Tonnen bei Benzin. Umgerechnet bedeutet das insgesamt gut 70 Milliarden Liter, die überwiegend über die rund 14.500 Tankstellen in Deutschland abgegeben wurden. Etwa 20 Milliarden Liter gehen über Betriebstankstellen direkt an Lkw, Busse, Bau- und landwirtschaftliche Fahrzeuge sowie die Bahn. Die Kraftstoffe machen 54 Prozent des Inlandsabsatzes aus.

Kraftstoffpreise höher als 2016, aber
deutlich niedriger als in den Vorjahren

Benzin (E10) kostet in diesem Jahr durchschnittlich 1,33 Euro je Liter, sechs Cent mehr als 2016. Diesel liegt im Durchschnitt 2017 bei 1,15 Euro, acht Cent mehr als im Vorjahr. Hauptgrund für den Preisanstieg sind höhere Ölpreise; Öl der Nordsee-Sorte Brent stieg im Jahresdurchschnitt von 45 Dollar je Barrel (159 Liter) im Jahr 2016 auf 55 Dollar in diesem Jahr.

Benzin und Diesel sind allerdings deutlich billiger als in den Jahren zuvor: So lag der durchschnittliche Benzinpreis (E10) im Jahr 2012 bei 1,61 Euro je Liter, Diesel bei 1,49 Euro (siehe Grafik). Küchen: „Der Wettbewerb an den Tankstellen ist rund um die Uhr in vollem Gange. Niedrigere Einkaufspreise für Kraftstoffe werden eins zu eins an die Tankkunden weitergegeben. Die Tankstellen-gesellschaften verdienten 2017 an jedem Liter durchschnittlich nur rund 2 Cent.“

Blick in die Zukunft: Mit E-Fuels
klimaneutral fahren und fliegen

Der MWV rechnet für 2018 mit einer insgesamt stabilen bis leicht positiven Entwicklung beim Absatz, sofern die Wachstumsprognosen der Institute von zwei Prozent eintreffen. Küchen: „Auf der einen Seite werden die Motoren immer effizienter, auf der anderen Seite wächst der Güterverkehr in und durch Deutschland stark.“

Mit Blick auf die weitere Zukunft und die Erfordernisse des Klimaschutzes setzt sich der MWV für den Einsatz moderner, treibhausgasreduzierter oder sogar treibhausgasneutraler Kraft- und Brennstoffe ein. „Dabei ist für die Entwicklung und den Markthochlauf dieser fortschrittlichen Kraftstoffe eine politische Unterstützung unerlässlich“, so Küchen. „Für den Luftverkehr oder die Seeschifffahrt stellt Elektromobilität keine praktikable Alternative dar. Deshalb müssen wir neue Wege gehen. Synthetische Kraftstoffe, die das Klima nicht belasten, sind ein solcher Weg. Die bisherige Infrastruktur und Fahrzeugflotte, auch bei Pkw und Lkw, kann damit klimaneutral weiter genutzt werden. Das sollte die Politik in Berlin, Brüssel und auch weltweit berücksichtigen.”

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