Pressemeldung vom 22. Dezember 2014

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MWV-Bilanz 2014: Benzinpreise folgen dem Weltmarkt

Der Benzinpreis ist im Verlauf des Jahres 2014 auf den niedrigsten Stand seit mehr als vier Jahren gefallen. Mit aktuell unter 1,30 Euro je Liter (Sorte E10) liegt er im Bundesdurchschnitt deutlich unter dem Niveau der vergangenen vier Jahre. Der Dieselpreis fiel unter 1,20 Euro, ein Stand wie zuletzt im März 2010. Mit durchschnittlich 1,49 Euro ist Benzin in diesem Jahr 7 Cent, Diesel mit 1,34 Euro 8 Cent günstiger als vor einem Jahr. Im Vergleich zum Vorjahr sparen die Verbraucher an der Tankstelle dadurch fünf Milliarden Euro.

 

„Im harten Wettbewerb um jeden Kunden haben die Tankstellen die gesunkenen Einkaufskosten für Benzin voll an die Verbraucher weitergegeben“, sagte MWV-Hauptgeschäftsführer Klaus Picard. Bei den Einkaufskosten für Kraftstoffe handelt es sich um einen Weltmarktpreis, der sich in Europa am Handelsplatz Rotterdam bildet; hinzu kommen Transportkosten für die Lieferung bis zur Tankstelle. Seit ihrem diesjährigen Höchststand Ende Juni sind die Einkaufskosten für Benzin und der Tankstellen-Benzinpreis ohne Steuern gleichermaßen um 24 Cent gefallen. Der Tankstellenpreis mit Steuern ist wegen des gesunkenen Mehrwertsteueranteils sogar um 28 Cent niedriger als zur Jahresmitte.

 

Picard: „Wer hingegen die Entwicklung von Öl- und Benzinpreis in Prozent statt Cent vergleicht, macht gleich drei Fehler.“

 

  • Erstens sind beim Tankstellenpreis die Einkaufskosten für das Produkt Benzin entscheidend, nicht der Ölpreis. Rohöl und die Mineralölprodukte wie Benzin werden auf getrennten Märkten mit jeweils eigenständigen Angebots- und Nachfragebedingungen gehandelt. Die Einkaufskosten für Benzin können sich daher nach oben wie auch nach unten vom Rohölpreis abkoppeln.

 

  • Zweitens ist die Mineralölsteuer ein fester Betrag je Liter. Der Benzinpreis an der Tankstelle kann also schon rein rechnerisch nicht wie der Ölpreis fallen.

 

  • Drittens hat der Euro gegenüber dem Dollar 2014 an Wert verloren. Das dämpfte den Preisrückgang des Rohstoffs Öl, der in Dollar bezahlt wird. „Ein prozentualer Direktvergleich von Ölpreis und Benzinpreis führt also in die Irre“, so Picard.

 

Da die Mineralölsteuer fix und daher vom Tankstellenpreis unabhängig ist (Benzin: 65,45 Cent, Diesel: 47,04 Cent je Liter) erhöht sich mit sinkendem Tankstellenpreis der Steueranteil am Kraftstoff. Bei Benzin stieg er seit Jahresbeginn von 59 auf 66 Prozent.

 

Ölpreis fällt aufgrund hohen Angebots und schwächerer Weltkonjunktur

 

Seit dem Jahreshoch Ende Juni bei 115 Dollar ist der Ölpreis (Nordsee-Sorte Brent) um mehr als 45 Prozent gefallen. Wesentliche Ursache ist das hohe globale Ölangebot. Insbesondere in den USA stieg die Ölförderung deutlich an. Gleichzeitig schwächte sich das Weltwirtschaftswachstum ab, dadurch stieg die globale Ölnachfrage langsamer als zu Jahresbeginn erwartet.

 

Benzin- und Dieselverbrauch in Deutschland steigt – Hohe Steuereinnahmen

 

Der Absatz von Benzin in Deutschland legte gegenüber dem ersten Dreivierteljahr 2013 um ein Prozent zu, das Plus bei Diesel betrug in den ersten neun Monaten vier Prozent. Damit verzeichnete der Dieselabsatz in Deutschland für die ersten drei Quartale 2014 ein neues Rekordhoch. Der Anteil des Dieselkraftstoffs am gesamten Kraftstoffabsatz liegt bei 66 Prozent (Benzin: 34 Prozent). Der Gesamtabsatz für Benzin und Diesel lag auf dem höchsten Stand seit 2002. Ursächlich ist die vergleichsweise gute Konjunktur in Deutschland mit einem Rekord-Beschäftigungsstand. Beim Diesel macht die gewerbliche Nutzung von Fahrzeugen, die an betriebseigenen Tankstellen tanken, rund die Hälfte des Absatzes aus. Dazu zählen im Wesentlichen der Lkw-Güterverkehr und Reisebusse.

 

Aufgrund des steigenden Absatzes bleiben auch die Steuereinnahmen aus dem Kraftstoffgeschäft auf hohem Niveau. Für die Mineralölsteuer kann das Bundesfinanzministerium in diesem Jahr ein Einnahme-Plus von 1,4 Prozent oder 550 Millionen auf 39,9 Milliarden Euro erwarten. Die Einnahmen dieser ertragreichsten Verbrauchssteuer fließen vollständig in den Bundeshaushalt.

 

Ölheizungen sorgen bei einem Viertel der Bevölkerung für warme Wohnung

 

Der Preis für leichtes Heizöl folgte dem Trend beim Rohöl und ging bei einer Abnahmemenge von 3.000 Litern von 84,5 Euro je 100 Liter zu Jahresbeginn um rund 25 Euro auf rund 60 Euro zurück. In Deutschland leben gut 20 Millionen Menschen in ölbeheizten Wohnungen. Rund 5,6 Millionen Ölheizungen sorgen in 11 Millionen Haushalten zuverlässig für Wärme. Das entspricht einem Anteil im Wärmemarkt von 28 Prozent.

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