Pressemeldung vom 16. März 2021

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Klimabilanz Deutschland 2020: Klimaziele nur mit CO2-armen Kraftstoffen zu erreichen

In Deutschland sind mehr als 50 Mio. Pkw und Nutzfahrzeuge zugelassen. Foto: AdobeStock

„Das Jahr 2020 hat gezeigt: Erfolgreicher Klimaschutz im Verkehr ist möglich“, sagte MWV-Hauptgeschäftsführer Prof. Christian Küchen zur Vorlage der Klimabilanz 2020 durch das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt. „Damit dies aber keiner Ausnahmesituation geschuldet bleibt, sind erhebliche politische Anstrengungen notwendig. Denn wir brauchen jetzt mehr grüne Kraftstoffe, mehr ‚Bio‘ in Raffinerien und eine Reform der Energiesteuer.“

Energiesteuer neu ausrichten

Wenn die EU und Deutschland die Klimaziele insgesamt und für den Verkehr wie geplant weiter verschärften, müssten – neben dem Hochlauf der Elektromobilität – angesichts von mehr als 50 Millionen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor allein in Deutschland grüne Kraftstoffe eine größere Rolle übernehmen, so Küchen weiter. Dazu zählten zum einen fortschrittliche Biokraftstoffe, die keine Konkurrenz um Böden oder zu Nahrung und Tierfutter darstellen, zum anderen Ökostrom-basierte synthetische Kraftstoffe für Nutzfahrzeuge und Pkw.

„Der Weg zu mehr klimafreundlichen Kraftstoffen führt über einer Reform der Energiesteuer“, so Küchen. Die Nachfolgerin der Mineralölsteuer beruhe immer noch auf reinen Verkaufsmengen für Benzin und Diesel unabhängig davon, ob die Kraftstoffe fossil oder erneuerbar sind.  „Das muss sich ändern, indem zukünftig nur der fossile Anteil besteuert wird.“

Alle Technologie-Optionen nutzen, auch in Raffinerien

Um die THG-Emissionen zu senken, müssten zudem alle technologisch sinnvollen Klimaschutz-Optionen genutzt werden. „Dazu zählt insbesondere das Co-Processing, also das gemeinsame Verarbeiten von fossilen und erneuerbaren Rohstoffen im Raffinerieprozess.“ Werde das Co-Processing hierzulande nicht anerkannt, „werden Bio-Rohstoffe und mit Ökostrom hergestellte synthetische Rohstoffe im Ausland eingesetzt und verbessern dort die Klimabilanz, aber nicht bei uns“, so Küchen abschließend.

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