Pressemeldung vom 12. Mai 2021

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MWV zum neuen Klimaschutzgesetz: „Jetzt erst recht alle Klimaschutz-Optionen nutzen“

Zum Beschluss des neuen Klimaschutzgesetzes durch das Bundeskabinett mit verschärften Klimazielen sagt Prof. Christian Küchen, Hauptgeschäftsführer des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV):

„Klimaneutralität zu erreichen ist das wichtigste globale Ziel unserer Epoche. Es reicht aber nicht aus, nur immer noch ambitioniertere Ziele zu setzen. Es geht darum, Wirtschaft und Verbrauchern die Möglichkeit zu geben, diese auch zu erreichen. Jetzt erst recht müssen alle technologischen Optionen schnell entwickelt und in großen Maßstab ausgebaut werden.“

Massiver Ausbau von Ökostrom und Importe „grüner“ Energie erforderlich

Heute werden rund 70 Prozent des deutschen Energiebedarfs importiert, Strom aus Wind und Sonne trägt derzeit nur etwa ein Zehntel zur Versorgung bei. Alleine um den erwarteten zusätzlichen Strombedarf für Wärmepumpen und Elektromobilität und die Teilelektrifizierung von Industrieprozessen abzudecken, werde eine Vervielfachung des Tempos beim Ökostromausbau erforderlich sein. „Es hilft dem Klima nicht, wenn die E-Autos neben ihrem CO2-Rucksack aus der Herstellung vor allem der Batterien auch noch zusätzliche Emissionen aus Kohle- oder Gaskraftwerken verursachen.“

Selbst wenn der massive Ausbau der Wind- und Solarstromproduktion gelinge, werde das bei weitem nicht ausreichen, die nochmals verschärften Klimaziele bis 2030 zu erfüllen. „Die benötigten Mengen an treibhausgasneutralem Wasserstoff für Industrie, Mobilität und Wärme müssen auch durch Importe vor allem aus dem europäischen Ausland durch Pipelines gedeckt werden. Zusätzlich benötigen wir für viele Anwendungen die Einfuhr einfach transportierbarer flüssiger Energieträger und Rohstoffe, hergestellt mit Wind- und Sonnenstrom aus aller Welt.“ Einsatzgebiete für die grünen Moleküle seien See- und Luftfahrt, die chemische Industrie, aber auch die Flotte an Nutzfahrzeugen und Pkw mit mehr als 50 Millionen Fahrzeugen allein im Inland.

Politische Unterstützung unabdingbar – „Technologieverbote unverständlich“

„Zur Zielerreichung ist die massive Unterstützung der Politik unabdingbar“, forderte Küchen. Kaum eine Klimaschutz-Investition werde ohne langfristig verlässliche Rahmenbedingungen erfolgen können, in vielen Fällen werde auch eine gezielte Projektförderung erforderlich sein. „Aber es geht nicht nur um Steuergeld: Die Festlegung ambitionierter Quoten für die Treibhausgasminderung von Kraftstoffen gehört genauso dazu wie eine Neuausrichtung der Energiesteuer an den CO2-Emissionen.“ Damit würden sich Investitionen in alternative Kraftstoffe lohnen. „Völlig unverständlich ist, dass in den aktuellen Entwürfen zur nationalen Umsetzung der Erneuerbaren-Energien-Richtlinie RED II wichtige Technologieoptionen von der Anrechnung auf die Treibhausgasminderung ausgeschlossen werden. Dazu zählt die Möglichkeit, nachhaltig verfügbare biogene Rohstoffe wie land- und forstwirtschaftliche Abfälle im Raffinerieprozess mitzuverarbeiten. Mit Technologieverboten sind die Klimaziele nicht zu erreichen.“

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