Pressemeldung vom 11. Dezember 2019

←   Alle weiteren Pressemeldungen finden Sie hier

Green Deal der EU:
Klimafreundliche Kraftstoffe nötiger denn je

Ohne klimafreundliche flüssige Kraftstoffe sind die Klimaziele der EU nicht zu erreichen. Foto: AdobeStock

Die deutsche Mineralölindustrie begrüßt, dass die EU-Kommission mit dem „Green Deal“ das Ziel der Klimaneutralität in Europa bis 2050 bekräftigt. Die damit verbundene deutliche Verschärfung des Treibhausgasminderungsziels von 40 auf mindestens 50 Prozent bis 2030 gegenüber 1990 wird für Wirtschaft und Gesellschaft erhebliche zusätzliche Veränderungen bedeuten. Für die notwendigen massiven Investitionen in klimafreundliche Kraft- und Brennstoffe braucht die Branche schnell Planungs- und Investitionssicherheit.

Christian Küchen, Hauptgeschäftsführer des Mineralölwirtschaftsverbands (MWV): „Der ‚Green Deal‘ bedeutet einen noch ambitionierteren Klimaschutz für ganz Europa. Dabei gilt: Schon die im deutschen Klimaschutzgesetz beschlossenen Ziele sind nur zu schaffen, wenn wir alle technologischen Möglichkeiten zur CO2-Vermeidung nutzen. Die nunmehr von der EU-Kommission in die Wege geleitete weitere Verschärfung der Klimaziele bis 2030 vergrößert in einem relativ kurzen Zeitraum von nur zehn Jahren die ohnehin gewaltigen Herausforderungen für Wirtschaft, Verkehr und Verbraucher. Das kann nur gelingen, wenn die EU einen stabilen Rahmen für langfristige Planungssicherheit und die notwendigen massiven Investitionen in klimafreundliche Kraft- und Brennstoffe setzt.“

Grüner Wasserstoff als klimafreundliche Zukunftstechnologie

Küchen weiter: „Mit Elektromobilität und Wärmepumpen allein sind die Klimaziele in den Sektoren Verkehr und Wärme nicht zu erreichen. Dazu müssen alle verfügbaren CO2-Vermeidungstechnologien zum Einsatz kommen.“ Zu den notwendigen Technologien zählen mit Ökostrom hergestellter „grüner“ Wasserstoff, verstärkter Einsatz moderner Biokraftstoffe sowie klimaneutrale synthetische Kraftstoffe (E-Fuels). „Für einen schnellen Markthochlauf im großen Stil brauchen wir die Unterstützung der Politik.“ Grüner Wasserstoff kann in Raffinerien produziert und sowohl als Energiespeicher zur Rückumwandlung in Strom wie auch als Antriebsenergie für Brennstoffzellen-Fahrzeuge dienen.

Hoher CO2-Preis zur schnellen Einführung
emissionsarmer Kraftstoffe

Ebenso entscheidend für das Gelingen des Green Deals ist aus Sicht des MWV die EU-weite Umstellung der Energiesteuern auf eine CO2-Bepreisung, bei gleichzeitiger Steuerfreiheit für klimaneutrale Kraftstoffe. Küchen: „Bei Benzin ist durch eine solche Umstellung schon heute ein CO2-Preis von 300 Euro je Tonne CO2 möglich, ohne Verbraucher signifikant mehr zu belasten. Dieser CO2-Preis würde es für Anbieter attraktiv machen, die klimafreundlichen Kraftstoffe steuerfrei beizumischen.“

Internationale Kooperation statt
nationale Alleingänge erforderlich

Küchen abschließend: „Der Green Deal auf EU-Ebene ist auch deshalb richtig, weil die klimapolitischen Herausforderungen rein national nicht lösbar sind. Wir brauchen internationale Zusammenarbeit – auch über Europa hinaus, etwa über Importe von Bio- und synthetischen Kraftstoffen aus anderen Weltregionen.“

Das CO2-Preismodell des MWV

Sie haben Fragen zu diesem Thema? Wir helfen Ihnen gerne weiter.
Einfach das Formular ausfüllen und abschicken.
Name

E-Mail-Adresse
Ihre Frage