Pressemeldung vom 3. Februar 2017

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EU-Klimakommissar sieht wichtige Rolle
für europäische Raffinerien

Die EU-Kommission setzt sich für die Wettbewerbs-fähigkeit der europäischen Raffinerien ein. ©TOTAL

Der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) begrüßt, dass sich die EU auch bei strengeren Klimaschutz-maßnahmen weiterhin offensiv für die Wettbewerbs-fähigkeit der europäischen Raffinerien einsetzen will. Energie- und Klimakommissar Arias Cañete hatte auf dem 7.  EU Refining Forum (EU Raffinerieforum) betont, dass Raffinerien eine wichtige Rolle sowohl für europäische Versorgungssicherheit als auch für das Erreichen der ambitionierten Klimaziele spielen werden.

„Wir akzeptieren seit jeher die strengen Umweltvorgaben der EU beim Klima- und Umweltschutz“, sagte MWV-Hauptgeschäftsführer Christian Küchen anlässlich des 7. EU Raffinerieforums in Brüssel. Das Forum wird von der EU-Kommission in enger Zusammenarbeit mit dem europäischen Verband FuelsEurope organisiert. „Aber wir brauchen bei den Regeln Planbarkeit und Fairness, denn Raffinerien stehen mit ihren Produkten in einem globalen Standortwettbewerb. Die Unterstützung des EU-Energie- und Klimakommissars ist daher für uns von großer Bedeutung“, so Küchen weiter.

Cañete hatte insbesondere die Technologieführerschaft und die wichtige Rolle betont, die dem europäischen Raffineriesektor bei der Implementierung von Innovationen zur Verbesserung der Raffinerieprozesse und zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen zukommt.

Was das konkret bedeuten kann, machte der Vorsitzende des Hafens von Rotterdam, Allard Castelein, in seinen Ausführungen deutlich. Über den Hafen Rotterdam werden inklusive der über Pipelines angebundenen deutschen Raffinerien Gelsenkirchen und Rheinland zehn Raffinerien mit Rohöl versorgt. Castelein nannte als Beispiele, um die Raffinerie-Standorte zukunftsfähig zu machen, Investitionen in Anlagen zur Produktion fortschrittlicher Biokraftstoffe, in Elektrolyse- anlagen, die aus Offshore-Windstrom grünen Wasserstoff herstellen, oder in CCS- bzw. CCU-Prozesse (Carbon Capture Storage bzw. Utilization).

László Varró, Chef-Volkswirt der Internationalen Energie-Agentur (IEA), erwartet insgesamt im Zeitraum bis 2040 einen weltweit weiter steigenden Bedarf an Ölprodukten. Verbrauchsrückgänge im Bereich der Stromerzeugung, bei der Gebäudebeheizung und auch bei Pkw werden überkompensiert durch Wachstum in der internationalen Seeschifffahrt, im Luftverkehr und in der Petrochemie.

Diesen Aspekt griff John Cooper, Generalsekretär von FuelsEurope, auf. Es sei zu erwarten, dass außerhalb Europas weiter Raffineriekapazitäten aufgebaut werden, die einen wachsenden Wettbewerbsdruck auf die europäischen Raffineriestandorte ausüben werden. Umso wichtiger sei es, dass die Wettbewerbsfähigkeit nicht durch einseitige europäische Belastungen, z. B. durch die anstehende ETS-Reform, weiter eingeschränkt wird.

Faire Rahmenbedingungen mahnte Cooper auch bei der zukünftigen CO2-Regulierung für Pkw an. Statt der bisher verwendeten Tank-to-Wheel-Betrachtung, die die Emissionen des Elektroantriebs mit Null bewertet, sei eine ganzheitliche Betrachtung erforderlich. So müssten Verbesserungen bei den Treibhausgasemissionen der Kraftstoffe genauso berücksichtigt werden wie die CO2-Emissionen der Stromerzeugung. Darüber hinaus sind die Emissionen bei der Herstellung und Entsorgung der Fahrzeuge in die Bewertung einzubeziehen.

Die Vertreter der Mitgliedsstaaten wie auch die EU-Kommission machten deutlich, dass das Refining Forum auch zukünftig regelmäßig stattfinden soll. John Cooper dankte der EU-Kommission, insbesondere Arias Cañete und der Generaldirektion Energie, für die Organisation. Das Forum sei eine einzigartige Möglichkeit für alle Beteiligten zum Meinungsaustausch über die größten, aktuellen wie langfristigen, Herausforderungen der Branche.

Das EU Refining Forum wird von der EU-Kommission veranstaltet. Im Refining Forum diskutieren Vertreter aus der Kommission, dem Europaparlament und den EU-Mitgliedsstaaten sowie der Branche über die Zukunft des Raffineriestandorts Europa.

 

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