Pressemeldung vom 1. März 2016

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EU bekennt sich zum Raffineriestandort Europa

Der Energiekommissar der Europäischen Union, Miguel Arias Cañete, hat sich nachdrücklich zum Raffineriestandort Europa bekannt. Auf dem EU-Raffinerie-forum in Brüssel hob er vor rund 140 Teilnehmern die Bedeutung des Raffineriesektors für die Versorgungssicherheit Europas hervor. Beispielhaft nannte er die Erfolge der europäischen Raffinerien bei der Effizienzsteigerung. Auf die Branche kämen jedoch unter anderem durch die Weiterentwicklung des Emissionshandels und die geplante Dekarbonisierung des Verkehrssektors auch neue Herausforderungen zu.

 

„Die deutschen Raffinerien investieren kontinuierlich in den Klima- und Umweltschutz und haben sich in der EU einen Effizienzvorsprung von zehn Jahren erarbeitet“, sagte MWV-Hauptgeschäfts-führer Christian Küchen, der an dem Raffinerieforum teilnahm. „Vor dem Hintergrund der ohnehin vorhandenen Belastungen weist der Mineralölwirtschaftsverband auch darauf hin, dass keine zusätzlichen, über das europäische Niveau hinausgehenden Anforderungen zu verkraften sind – zum Beispiel bei der derzeit anstehenden Umsetzung neuer Emissionsauflagen für Raffinerien in deutsches Recht.“

 

Elisabetta Gardini, Mitglied des Europäischen Parlaments, wies auf die große Bedeutung des Raffineriesektors für die europäischen Volkswirtschaften hin. Bereits heute, so ein Ergebnis des Raffinerie-Fitnesschecks der EU-Kommission, seien 25 Prozent des Verlustes der Wettbewerbs-fähigkeit europäischer Raffinerien im Zeitraum von 2000 bis 2012 auf die höheren Klima- und Umweltauflagen in Europa im Vergleich zu den internationalen Wettbewerbern etwa in Asien oder dem Nahen Osten zurückzuführen. Neben der EU-Richtlinie für Industrieemissionen (IED) werden die Wettbewerbsnachteile vor allem durch die Kosten des CO2-Emissionshandels verursacht. In Regionen außerhalb Europas gebe es vergleichbare Belastungen bislang nicht. Solange das so bleibe, sei ein Schutz vor „Carbon Leakage“, also vor der Abwanderung energieintensiver Betriebe oder ganzer Branchen aus Europa, unerlässlich.

 

Dies bestätigte Erik Janssen vom Wirtschaftsministerium der Niederlande, der durch die vorge-schlagenen Verschärfungen des EU-Emissionshandels die Gefahr des „Carbon Leakage“ vergrößert sieht. Die Folge seien Verlagerung von Investitionen und der Verlust von gut bezahlten Industriearbeitsplätzen in Europa.

Das EU Refining Forum wird von der EU-Kommission veranstaltet. Es traf sich am 1. März zum sechsten Mal. Im Refining Forum diskutieren EU-Kommissionsmitglieder, Europapolitiker und Fachleute über aktuelle und künftige Herausforderungen für Mineralölraffinerien in Europa. Deutschland ist der größte Raffineriestandort Europas. Das nächste Refining Forum soll im Herbst 2016 stattfinden.

 

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