Pressemeldung vom 3. August 2020

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Benzin und Diesel überwinden Corona-Krise

In der Corona-Krise zeigen sich die Vorteile der individuellen Mobilität, etwa die geschützte Fahrt zum Arbeitsplatz. Foto: AdobeStock

Die Produktion von Benzin und Diesel in den deutschen Raffinerien hat sich nach dem tiefen Einbruch durch die Corona-Krise weitgehend erholt. Bei Flugkraftstoff dagegen liegt der Bedarf weiterhin deutlich unter den Vorjahren. Die Herstellung von Heizöl profitiert von einer Sonderkonjunktur, wie aus aktuellen Zahlen für das erste Halbjahr 2020 des Mineralölwirtschaftsverbands (MWV) hervorgeht. Die Raffineriebranche strebt unterdessen bis 2050 Klimaneutralität an.

MWV-Hauptgeschäftsführer Prof. Christian Küchen: „In der schweren und noch andauernden Wirtschaftskrise haben unsere Raffinerien einmal mehr ihre hohe Flexibilität unter Beweis gestellt. Die Produktion wurde permanent an die sich stark ändernde Nachfrage angepasst, die Raffinerie- und Tankstelleninfrastruktur als systemrelevante Branche war und ist zu jedem Zeitpunkt produktions- und lieferfähig.“ Mit Blick auf zuletzt gestiegene Fallzahlen, auf die Entwicklung der Luftfahrt oder auf weiterhin ausbleibende Großveranstaltungen sei sich die Branche gleichzeitig bewusst, dass man von einer Normalisierung noch weit entfernt sei.

Nachholeffekt im Gütertransport,
Sonderentwicklung beim Heizöl

Die Corona-Beschränkungen ab Ende März hatten auch die Raffinerieproduktion getroffen, denn Dienstreisen, Berufspendelverkehr und zahlreiche Gütertransporte waren vorübergehend entfallen. „Seit Mai erleben wir allerdings einen Nachholeffekt. Infolgedessen lag die Dieselproduktion im Juni gegenüber dem Vorjahr sogar im Plus.“ Sinkende Preise ließen auch die Heizölnachfrage und damit die Produktion stark anziehen. „Hier zeigt sich die ungebrochene Beliebtheit von Heizöl als bezahlbarem und speicherbarem Energieträger.“

 

Rückgänge im Geschäfts- und Berufsverkehr wurden teilweise durch mehr Privatfahrten kompensiert. Dazu zählen auch Urlaubsreisen mit dem Auto, so Küchen mit Blick auf die Benzinnachfrage: „In der verstärkten Nutzung des Pkw spiegelt sich somit der Wunsch vieler Bürger nach Schutz vor Infektionsgefahren wider. Hier zeigen sich die Vorzüge individueller Mobilität, und auf der Langstrecke besitzt der Verbrennungsmotor aufgrund der hohen Energiedichte und der schnellen Betankbarkeit flüssiger Kraftstoffe klare Vorteile.“

Wiederaufschwung für Umstellung auf
klimaschonende Kraftstoffe nutzen

Umso wichtiger sei es jetzt, mit einem Klimaschutzprogramm für Kraftstoffe aus der Corona-Krise zu kommen. „Anders wird Klimaneutralität bis 2050 nicht zu erreichen sein.“ Mit ihrer jüngst gestarteten Initiative Clean Fuels for All strebe die deutsche und europäische Mineralölindustrie dieses Ziel an. „Für den klimapolitischen Erfolg bedarf es jedoch auch des Engagements von EU und Bundesregierung. Dazu zählt, die heutige Energiesteuer vom reinen Literverbrauch auf eine CO2-Bepreisung umzustellen. Das würde die Marktchancen von CO2-armen Biokraftstoffen und klimaneutralen E-Fuels für Pkw, Lkw und Flugzeuge massiv erhöhen“, so Küchen abschließend. Darüber hinaus benötigen die Raffinerien Investitionssicherheit, etwa durch ein Markteinführungsprogramm zur Produktion von CO2-neutraler flüssiger Energie für Verkehr, Wärme und Industrie.

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