Pressemeldung vom 25. Mai 2020

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Benzinabsatz im März gesunken,
Heizöl stark gefragt

Wegen des Corona-Lockdowns ging Ende März auch der Verkauf von Kraftstoffen zurück. Foto: AdobeStock

Der Absatz von Benzin und Diesel in Deutschland ist im März 2020 gegenüber dem Vorjahresmonat infolge der Corona-Krise deutlich gesunken. Dagegen stieg die Heizölnachfrage. Dies ergibt sich aus den Zahlen des zuständigen Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Gegenüber März 2019 ging der Absatz von Benzin für Privatverbraucher und Wirtschafts-verkehr um gut 13 Prozent zurück, von Diesel um knapp 8 Prozent. Flugkraftstoff musste sogar ein Minus von 37 Prozent hinnehmen. Die Heizölverkäufe stiegen bundesweit dagegen um fast 70 Prozent. Unter dem Strich stand damit sogar ein leichtes Gesamt-Absatzplus von knapp einem Prozent (siehe Tabelle).

Absatz von Mineralölerzeugnissen in Deutschland in Mio. t

März 2019 März 2020 Veränderung
Benzin 1.459.704 1.268.304  -13,1 %
Diesel 3.105.438 2.859.758    -7,9 %
Heizöl 1.180.643 1.989.571 +68,5 %
Flugkraftstoff    808.892    509.535  -37,0 %
Alle Mineralölprodukte 8.430.991 8.500.849    +0,8 %

Quelle: BAFA/MWV

Dazu MWV-Hauptgeschäftsführer Prof. Dr.-Ing. Christian Küchen: „Da die Einschränkungen erst im letzten Drittel des Monats in Kraft traten, geben die Gesamtzahlen für März noch nicht den wahren Absatzeinbruch bei den Kraftstoffen wider. Zudem dürfte der tatsächliche Verbrauchsrückgang noch größer gewesen sein, als es die reinen Absatzdaten ausweisen, weil noch freie Speicherkapazitäten in Tanklagern und an Tankstellen genutzt werden konnten. Das ganze Ausmaß des Corona-bedingten Absatzeinbruchs wird sich daher erst mit den amtlichen Zahlen für April und Mai zeigen.“

Raffinerien als Stabilitätsanker

Für die Mineralölbranche stelle die Corona-Situation eine in dieser Form noch nie dagewesene Herausforderung dar. Küchen: „Unter Einhaltung der strengen Abstands- und Hygieneregeln und in allgemein unsicherer Lage haben die Raffinerien nicht nur ihre Produktion aufrechterhalten, sondern auch die massiven Veränderungen im Produktmix bewerkstelligt. Damit hat sich die deutsche Mineralölindustrie, obwohl selbst stark betroffen, in der Krise als Stabilitätsanker für Beschäftigung und Wirtschaft insgesamt erwiesen.“

Heizölkunden hätten das deutlich gesunkene Preisniveau für Bestellungen und Nachorder genutzt, so Küchen weiter. „Die Lieferanten kamen teilweise kaum noch hinterher.“ Lag der Heizölpreis für eine 3000-Liter-Füllung zu Jahresbeginn bei über 70 Euro je 100 Liter, so waren es im März im Bundesdurchschnitt nur noch rund 50 Euro. Da der Preis unter dem Eindruck gesunkener Ölpreise in der Folge noch weiter gefallen war, dürfte auch der April bei den Bestellungen im Plus liegen. Gleichzeitig blieb das deutsche Netz von rund 14.500 Tankstellen intakt. „Autofahrer konnten sich dabei über deutlich gesunkene Kraftstoffpreise freuen.“ Kostete der Liter Benzin (Super E10) zu Jahresbeginn noch 1,43 Euro je Liter, waren es im März-Durchschnitt 1,28 Euro.

„Nach Corona“ stärker auf Klimaschutz setzen

Forderungen von Politikern, Verbänden und NGOs, bei staatlichen Hilfen zur Bewältigung der Corona-bedingten Wirtschaftskrise einen starken Fokus auf den Klimaschutz zu legen, werden vom Mineralölwirtschaftsverband ausdrücklich unterstützt. Küchen: „Die Branche bekennt sich zu den Pariser Klimazielen. Sie steht bereit für Investitionen in klimaneutrales, aus grünem Wasserstoff mit CO2 hergestelltes synthetisches Benzin, Diesel und Heizöl sowie in mehr fortschrittliche Biokraftstoffe. Für diese Investitionen bedarf es einer politischen Wegbereitung, die nicht alles auf die Karte Elektromobilität setzt. Ein wichtiger Meilenstein dafür ist die geplante nationale Wasserstoffstrategie.“

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