Pressemeldung vom 25. August 2020

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Absatz von Benzin und Diesel im
1. Halbjahr 2020 gesunken

Die Corona-Krise hinterlässt auch auf dem deutschen Mineralölmarkt ihre Spuren. Der Benzinverbrauch lag im ersten Halbjahr 2020 um 13,3 Prozent und der Dieselabsatz 9,5 Prozent unter dem Vorjahr. Flugkraftstoff war 44,6 Prozent im Minus, leichtes Heizöl dagegen um 25,8 Prozent mehr nachgefragt als im ersten Halbjahr 2019. Rohbenzin als Vorprodukt für die chemische Industrie hielt sich mit 2,1 Prozent im positiven Bereich. Über alle Mineralölprodukte hinweg war der Inlandsabsatz um 6,9 Prozent niedriger als im gleichen Vorjahreszeitraum.

Im April hatten die Einschränkungen infolge des Virus‘ ihren größten Effekt: Benzin verbuchte einen Rückgang von minus 34,5 Prozent gegenüber April 2019, Diesel war mit minus 21,6 Prozent betroffen. Dramatische Auswirkungen hatte die Corona-Krise auf den Flugkraftstoffabsatz, der um 74,8 Prozent fiel und auch gegenwärtig nur sehr langsam steigt.

Gegenläufige Effekte

„Beim Absatz von Mineralölprodukten zeigen sich gegenläufige Effekte, die sich teilweise kompensieren“, sagte MWV-Hauptgeschäftsführer Prof. Christian Küchen zu den Ursachen. „Zum einen erleben wir Corona-bedingt weniger Fernreisen und mehr Urlaub in Deutschland, wobei sich der Pkw als ein bevorzugtes Transportmittel erwiesen hat. Zum anderen haben Kurzarbeit und Nutzung des Home-Office zugenommen. Daraus ergibt sich eine geringere Zahl von Fahrten zur Arbeit, wobei dann aber verstärkt auf Pkw und Fahrrad gesetzt wird.“

Ein ähnlich geteiltes Bild zeige sich auch bei Dienstreisen inklusive Messen und Veranstaltungen mit einer drastischen Reduzierung, aber mit Anteilsgewinnen für den Pkw. „Im Ergebnis ist der Absatz von Kraftstoffen im ersten Halbjahr um gut ein Zehntel gesunken“.

Das kommende Jahr hänge von der Entwicklung all dieser Parameter ab. „Die Situation mit weniger Dienstreisen und mehr Home-Office wird bleiben. Wichtige Einflussfaktoren sind der wirtschaftliche Verlauf insgesamt sowie die Frage, ob der öffentliche Verkehr wieder das Nutzervertrauen wie vor der Krise erreichen kann.“

Benzinpreise auf dem niedrigsten Niveau seit 2016

Aufgrund der weltweit niedrigeren Rohölnachfrage und gesunkenen Ölnotierungen tendieren die Kraftstoffpreise in Deutschland deutlich niedriger als im Vorjahr. So kostet der Liter Benzin der Sorte Super E10 im Bundesdurchschnitt derzeit rund 1,25 Euro. Das ist der niedrigste Stand seit Februar 2016. Vor genau einem Jahr waren es 1,39 Euro.

Bereits seit Mitte März sind die Benzinpreise an den Tankstellen durchweg günstiger als im Vorjahr, bei Diesel trifft dies schon seit Februar zu. Das Preistief bei Kraftstoffen fiel im bisherigen Jahresverlauf auf den Mai. Für Benzin lag es bei 1,13 Euro, für Diesel bei 1,03 Euro, zeitlich und örtlich begrenzt sogar unter einem Euro. Derzeit liegt der Dieselpreis mit 1,08 Euro je Liter ebenfalls markant unter Vorjahr (Ende August 2019: 1,23 Euro).

Übergang zu klimafreundlichen Kraftstoffen

Christian Küchen: „Die niedrigen Tankstellenpreise tragen aktuell zur Entlastung von Wirtschaft und Verbrauchern in schwieriger Zeit bei. Gleichzeitig befinden wir uns in der Übergangsphase von fossilem Benzin und Diesel zu klimafreundlichen Energien. Zu diesen zählen fortschrittliche Biofuels, synthetische E-Fuels und grüner Wasserstoff. Um der Transition ins klimaneutrale Zeitalter den notwendigen Schub zu geben, müssen EU und Bundesregierung allerdings noch entscheidende Weichen für mehr Investitionen stellen.“

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