Historie

Der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) wurde 1946 gegründet und besteht somit länger als die Bundesrepublik Deutschland. Die Mitgliedsunternehmen des Verbandes sorgen für die kontinuierliche Versorgung von Industrie und Verbrauchern mit Mineralölprodukten. Lesen Sie hier Informationen zur Geschichte des MWV.

Historisches Archiv ARAL/BP

70 JAHRE MINERALÖL-
WIRTSCHAFTSVERBAND

Das Chaos bändigen. Die Wirtschaft wieder starten. Den Aufbau in die Wege leiten. Diese Ziele lasten auf dem Verwaltungsamt für Wirtschaft in Minden, einem Nachfolger des Reichswirtschaftsministeriums und Vorläufer des heutigen Bundeswirtschaftsministeriums. Um die Ziele zu erreichen, braucht man dringend Ansprechpartner auf Industrieseite.

So schließen sich am 3. September 1946 in Hamburg 24 Mineralölgesellschaften zum Mineralölwirtschaftsverband (MWV) zusammen.

Zu den ersten Aufgaben gehört die Entwicklung einer Satzung unter den Vorgaben der britischen Besatzung. Zu den Auflagen zählen die Beschränkung auf die britische Zone, eine rein freiwillige Mitgliedschaft, eine nur beratende Funktion und keine eigenständige wirtschaftliche Tätigkeit des Verbandes. Am 17. September 1947 wird der MWV in das Verbandsregister des Verwaltungsamtes und das Vereinsregister in Hamburg eingetragen.

Zu tun gibt es in dieser Zeit reichlich: Verbesserung der Rohstoffzuteilung in den wieder aufzubauenden Raffinerien, Höherstufung der Dringlichkeit bei der Güterbeförderung, Sicherstellung des Leerbehälterrücklaufs nach Schmierstofflieferungen oder die Zusammenarbeit mit den Besatzungsbehörden bei der Verteilung von Rohölimporten.

Dabei hat der MWV im Jahr 1947 nur 7 Mitarbeiter. Diese sind mit den sich stellenden Aufgaben bald mehr als gut ausgelastet. So wird die Mitarbeiterzahl kurze Zeit später auf 10 Kollegen gesteigert.

1950er

Im Jahr 1950 wird die Beschränkung des MWV-Wirkungsbereichs auf die britische Besatzungszone aufgehoben, die Kommission „Industrielle Abwässer“ wird gegründet, und der MWV wird Mitglied im Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Bereits ein Jahr später verfügt der Verband über einen technischen Ausschuss und einen Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit. In diese Zeit fällt eine starke Erhöhung der Mineralölsteuer.

Im Jahr 1952 kommt das Ende der Zwangswirtschaft und damit auch der Treibstoffrationierung – eine positive Entwicklung für den MWV, der sich bereits mit den Themen der Zukunft befasst. Schon damals beschäftigen sich die Ausschüsse mit dem Sparen von Heizöl und der Vermeidung der Luftverschmutzung.

1960er

Mit 35 Firmen erreicht der MWV im Jahr 1960 den Höchststand seiner Mitgliederzahl. Es folgt ein Umzug innerhalb Hamburgs zum Steindamm 71. Der Vorstand wird 1969 auf 9 Mitglieder erweitert und es wird ein 16-köpfiger Beirat eingerichtet.

Parallel zum Aufkommen der Umweltbewegung Ende der 1960er-Jahre erscheint im MWV-Jahresbericht erstmals auch die Rubrik „Umweltschutz“. Auf Initiative des MWV wird der BDI-Umweltausschuss gegründet.

1970er

Im Zuge der weiter wachsenden Bedeutung von Umweltthemen wird 1971 der „Ausschuss für Umweltfragen“ gegründet, 1972 die Druckschrift „Luftreinhaltung und Raumheizung“ herausgegeben und 1975 die MWV-Schrift „Mineralöl und Umweltschutz“. Der MWV ist damit Vorreiter und der erste große Industrieverband, der einen eigenen Umweltausschuss bildet und sich mit dem Umweltprogramm der Regierung auseinandersetzt.

Die erste Ölpreiskrise 1973 lässt den Ölpreis in die Höhe schnellen und führt auf Regierungsseite zum Energiesicherungsgesetz und zum autofreien Sonntag. Dies spart zwar nur unwesentlich Mineralöl, führt den Verbrauchern aber die Bedeutung der Ölprodukte vor Augen. Die Mitgliederzahl pegelt sich unterdessen bei 20 ein. Der Vorstand wird 1977 auf 12 Mitglieder erweitert, während der Beirat entfällt.

1980er

Die Auswirkungen der zweiten Ölpreiskrise sind noch immer spürbar. Ein Barrel (159 Liter) kostet zwischenzeitlich 38 Dollar. Zehn Jahre zuvor lag der Preis bei 3 Dollar. Der MWV nutzt alle Kanäle in Medien und Politik, um Überreaktionen zu verhindern und die Situation zu beruhigen. Die Branche verzeichnet seit Mitte der 1980er-Jahre eine Konsolidierung, die bis ins neue Jahrtausend anhält. Auch in Deutschland geht die Raffineriezahl zurück.

1990er

Nicht nur Deutschland erfindet sich nach dem Mauerfall neu. Auch der MWV geht neue Wege. 1998 startet der Verband die neue Reihe „Mineralöl-Forum“. In den Heften werden mineralölpolitische Themen behandelt. Der erste Titel beschäftigt sich mit einer ökologischen Steuerreform. Darin wird beleuchtet, wie man Umweltschutz und die Erhaltung von Arbeitsplätzen optimal verbinden kann. Der zweite Titel ein Jahr darauf behandelt bereits das Thema Klimaschutz. Eine entsprechende Broschüre, „Mineralöl und Umweltschutz“, wird ebenfalls ausgearbeitet. In den 2000ern wird das Format „MWV aktuell“ als Informationsquelle für Wirtschaft und Politik aufgelegt.

Heute

In den Jahren nach der Jahrtausendwende wird der MWV zum wichtigsten deutschen Informationsportal, wenn es um Fakten zum Thema Mineralöl geht. Der Verband bietet heute nicht nur allgemeine Informationen, z. B. wie sich der aktuelle Benzinpreis zusammensetzt, sondern auch Broschüren und Dokumente zum Thema Ausbildung und Arbeitsschutz, Studien über Antriebe der Zukunft oder Veröffentlichungen zu den amtlichen Mineralölzahlen.

Am 4. Dezember 2008 verlegt der MWV seine Geschäftsstelle von Hamburg nach Berlin, um der gewachsenen Bedeutung von Berlin als politischem Zentrum Deutschlands gerecht zu werden.  Im September 2016, pünktlich zum 70. Geburtstag des Verbandes, geht die neue MWV-Webseite online, um das geballte Informationsangebot noch übersichtlicher und zeitgemäßer zu gestalten.

Sie haben Fragen zu diesem Thema? Wir helfen Ihnen gerne weiter.
Einfach das Formular ausfüllen und abschicken.
Name

E-Mail-Adresse
Ihre Frage