Glossar

Was ist ein Barrel? Wofür steht die Abkürzung OPEC?
Unser Glossar liefert Ihnen die Erklärungen.

Additive

Additive sind Zusatzmittel oder Wirkstoffe, die in Kraft-, Brenn- und Schmierstoffen erwünschte Eigenschaften verstärken, unerwünschte Eigenschaften unterdrücken oder neue Wirkungen ausüben. So können bei Kraftstoffen das Motoreinlasssystem saubergehalten und Ablagerungen im Motor verhindert oder in Schmierölen die Alterungsbeständigkeit verlängert werden. Senkung der Schadstoffemissionen im Abgas und Verhinderung der Korrosion von Metallteilen im Kraftstoffsystem sind weitere Wirkungen von Additiven.



Barrel

(Fass, Abkürzung: bbl)
Traditionelles Maß aus der Frühzeit der Ölindustrie, als Öl – auch Rohöl – ausschließlich in Fässern transportiert wurde. Das Barrel ist ein Hohlmaß und entspricht 42 US-Gallonen oder rund 159 Litern. Es hat auch heute nicht nur im anglo-amerikanischen Sprachraum, sondern für das gesamte internationale Ölgeschäft eine große Bedeutung. So werden Förderstatistiken in Barrel-Einheiten veröffentlicht, und die Preisfestlegung für fast alle gängigen Rohölsorten erfolgt in Dollar je Barrel. Die Abkürzung bbl steht für blue barrel, ein blau gekennzeichnetes Fass mit genormtem Inhalt.



Benzin

Benzine sind Kohlenwasserstoffe des Rohöls, die im Bereich von 35°C bis 210°C sieden. Die Bezeichnung ist ein Sammelbegriff für Rohbenzin (Naphtha), unbehandeltes Erdöldestillat, als Rohstoff für die Petrochemie Motorenbenzin, im Sprachgebrauch übliche Bezeichnung für Ottokraftstoff. Zur Verwendung als Kraftstoff muss aus dem Rohöl destilliertes Benzin veredelt werden Raffinerieverfahren, Entschwefelung). Seit 1997 wird in Deutschland nur bleifreies Benzin angeboten. Seit 2003 ist Ottokraftstoff in Deutschland zudem schwefelfrei. Spezial- und Testbenzine vor allem als Lösungs- und Extraktionsmittel Flugbenzin für Flugzeuge mit Kolbenmotoren (überwiegend Sportflugzeuge) Der Anteil der Benzine – einschließlich Rohbenzin – am Raffinerieausstoß hat sich von 1970 (18 %) bis 2000 (31 %) ständig erhöht. Seitdem war er leicht rückläufig und lag 2005 bei 29 %. Ebenso stieg der Benzinanteil am inländischen Verbrauch von Mineralölprodukten von 17 % im Jahre 1970 auf 38 % im Jahre 2000. 2005 lag er bei 37 %.



Benzol

Einfachster aromatischer Kohlenwasserstoff. Es stellt einen der wichtigsten Rohstoffe der chemischen Industrie dar. In geringer Menge ist Benzol in Rohöl und Ottokraftstoffen enthalten; er wird dem Kraftstoff nicht zugesetzt. Der Benzolgehalt von Ottokraftstoffen ist in der EU durch die Richtlinie vom 28. Dezember 1998 auf 1 Vol.-% begrenzt, dieser Wert ist über die Kraftstoffqualitätsverordnung verbindlich in Deutschland eingeführt worden.



Biodiesel

Werbebegriff für Fettsäuremethylester, der in Deutschland vor allem aus Rapsöl durch chemische Umsetzung mit Methanol erzeugt wird (RME). RME ist ein subventionierter Kraftstoff aus landwirtschaftlicher Produktion, der für den Betrieb von Dieselmotoren grundsätzlich geeignet ist. Seit Ende 2003 ist eine europäische Anforderungsnorm (EN 14214 ) zur Sicherstellung gleichbleibender Qualität in Kraft. Reines Pflanzenöl oder Speisefett kann in normalen Dieselmotoren nicht ohne erhebliche Risiken verwendet werden.



Biokraftstoffe

Sammelbegriff für alle Kraftstoffe, die aus Biomasse hergestellt werden. Derzeit kommen in Deutschland hauptsächlich Biodiesel und Ethanol zum Einsatz. Biogas (methanreiches Gas, vergleichbar zu Erdgas, aus der Fermentation von Bioabfällen) und Pflanzenöl sind in ihrer Anwendung auf spezielle Kraftfahrzeuge beschränkt und haben daher einen sehr beschränkten Anteil.



Bitumen

Als Bitumen werden die Rohölbestandteile bezeichnet, die auch in der Vakuumdestillation nicht verdampfbar sind (nicht destillierbar). Das ist das Bodenprodukt der Vakuumdestillation bei Verarbeitung von naphthen- oder gemischtbasischen Rohölen. Bitumen findet Verwendung im Straßenbau sowie für Isolierungen und Dichtungsbahnen.



Cetanzahl

Eine zentrale Anforderung an Dieselkraftstoff ist die Zündwilligkeit. Da Dieselmotoren im Unterschied zu Ottomotoren keine Zündkerzen besitzen, muss das Luft/Kraftstoff-Gemisch die Verbrennung ohne Zündfunken beginnen. Diese Eigenschaft des Dieselkraftstoffs wird ähnlich wie bei Ottokraftstoff in einem Testmotor untersucht. Der Vergleich der Zündwilligkeit mit Referenzkraftstoffen ergibt dann die sog. Cetanzahl. Robuste, alte Dieselmotoren können mit Diesel mit Cetanzahlen ab 40 betrieben werden, für moderne Hochleistungsmotoren mit geringem Schadstoffausstoß, die die Qualitätsanforderungen des heute an den Tankstellen verkauften Dieselkraftstoff bestimmen, werden Cetanzahlen über 52 benötigt.



Dieselkraftstoff

Dieselkraftstoff wird aus den Kohlenwasserstoffen des Rohöls hergestellt, die im Bereich zwischen 200 °C und 360 °C sieden. Dieselkraftstoff gehört wie das leichte Heizöl zu den so genannten Mitteldestillaten. Die Qualitätsanforderungen für Dieselkraftstoff sind in der DIN EN 590 (früher: DIN 51 601) niedergelegt. Wie auch bei Ottokraftstoff sind auf der Grundlage des Auto/Öl-Programms die Anforderungen an Dieselkraftstoff verschärft worden. Laut EU-Richtlinie soll der Schwefelgehalt von Dieselkraftstoff ab 2005 nur noch 50 ppm (Bezeichnung: schwefelarm) betragen. Ab 2009 soll Dieselkraftstoff europaweit nur noch 10 ppm Schwefel enthalten. Die Bundesregierung hat sich allerdings entschieden, Dieselkraftstoff mit höheren Schwefelgehalten als 50 ppm bereits ab 1. November 2001 höher zu besteuern, um die Einführung schwefelarmer Kraftstoffe zu fördern. Seit 1. Januar 2003 gilt die höhere Steuer für alle Kraftstoffe mit Gehalten über 10 ppm. Seitdem werden an deutschen Tankstellen nur noch Kraftstoffe mit geringeren Schwefelgehalten als 10 ppm (Bezeichnung: schwefelfrei) angeboten.

Hauptverbrauchssektoren von Dieselkraftstoff sind der Straßenverkehr (rund 85 %, davon Lkw 2/3, Pkw 1/3), dessen Anteil insbesondere durch die wachsenden Diesel-Pkw-Zulassungen weiter steigt, die Landwirtschaft (rund 6 %) sowie Schifffahrt einschließlich Fischerei (rund 2 %). Der Rest entfällt auf den Schienenverkehr (Bahn) und auf den Betrieb von Baumaschinen und stationären Motoren.



Downstream

(stromabwärts)
Bezeichnung für alle Tätigkeitsbereiche im Mineralölgeschäft im Anschluss an die Ölförderung (Upstream): also Transport, Verarbeitung, Vertrieb, Forschung und Entwicklung.



Erdöl

Ein natürlich vorkommendes Gemisch aus Kohlenwasserstoffen verschiedenster Zusammensetzung (besonders Paraffine, Naphthene, Aromaten) mit unterschiedlichen Molekülgrößen, das unter Lagerstättenbedingungen flüssig ist. Außer Kohlenstoff und Wasserstoff kommen in wesentlich geringerer Menge und in unterschiedlicher Konzentration Schwefel, Stickstoff und Sauerstoff vor. In chemischer Bindung sind außerdem die Metalle Vanadium und Nickel in Spuren enthalten.

Mit Rohöl (Crude Oil) wird das stabilisierte, d. h. von leichten Gasen befreite Erdöl bezeichnet, wie es zur Verarbeitung transportiert wird. Erdöl findet sich hauptsächlich fein verteilt in Sandstein und klüftigem Kalkstein, der von undurchlässigen Schichten bedeckt ist, in Ölschiefern und in Ölsanden.



Flüssiggas

Als Flüssiggas (engl.: Liquefied Petroleum Gas, Abk.: LPG) werden die unter Druck verflüssigten Gase Propan und Butan und deren Gemische bezeichnet, die auch Anteile von den ungesättigten Verbindungen Propen und Buten enthalten können. Sie sind bereits im Rohöl enthalten und dienen als Verkaufsprodukt in erster Linie für Heiz- und Kochzwecke, können aber auch in entsprechend modifizierten Ottomotoren verwendet werden. Beim Einsatz als Kraftstoff (Autogas) unterliegen sie einer ermäßigten Mineralölsteuerbelastung.



Fördertechniken

Das in einer Lagerstätte vorhandene Erdöl kann nicht in vollem Umfang gewonnen werden. Als bestätigte Ölreserven gilt der Anteil des Erdöls, der nach dem Stand der Technik wirtschaftlich gefördert werden kann. Der Entölungsgrad unterscheidet sich je nach Lagerstätte und Beschaffenheit des Erdöls. Im Weltdurchschnitt beträgt der Entölungsgrad gegenwärtig zwischen 35 und 40 %.
Ein Teil des Erdöls kann durch den natürlichen Lagerstättendruck gefördert werden (primäre Förderung). Bei Fördertechniken, die mittels zusätzlicher Maßnahmen die natürliche Ausbeute erhöhen, unterscheidet man neben dem Einsatz von Pumpen zwischen sekundären und tertiären Methoden:
- Zu den sekundären Verfahren zählt hauptsächlich das Einpressen von kaltem Wasser oder Gas in die Lagerstätte.
- Zu den tertiären Verfahren (Enhanced Oil Recovery - EOR) werden die Methoden gezählt, die nach dem Einpressen von kaltem Wasser noch verbliebenes, weiteres Öl lösen können. Hierzu gehören insbesondere die thermischen Verfahren, wie z. B. die Injektion von Dampf oder heißem Wasser. Außerdem können chemische Substanzen wie Polymere und Tenside eingesetzt werden.
Tertiäre Fördertechniken sind außerordentlich teuer. Daher ist ihre Wirtschaftlichkeit vom Rohölpreis abhängig.
Mit der Weiterentwicklung der Fördertechniken wurden Horizontalbohrungen möglich. Sie werden innerhalb von Lagerstätten gesetzt und verbessern deren Erschließbarkeit. Hinzu kommen „extended reach"-Bohrungen; mit diesen weit abgelenkten Bohrungen erreicht man Lagerstätten, die ohne diese Technik nicht erschlossen werden könnten.



Heizöl

Heizöl aus Rohöl wird in zwei Sorten unterteilt: leichtes Heizöl (Heizöl EL) und schweres Heizöl (Heizöl S). Die Qualitätsanforderungen für Heizöl sind in der DIN 51603 niedergelegt. Leichtes Heizöl, das wie Dieselkraftstoff zur Gruppe der Mitteldestillate gehört, siedet zwischen 200 °C und 360 °C und kann ohne Vorwärmung in Öfen, Zentralheizungen und industriellen Feuerungsanlagen verbrannt werden. Vom Verbrauch an leichtem Heizöl entfallen etwa 60 % auf die privaten Haushalte, 30 % auf das Gewerbe und knapp 8 % auf die Industrie (einschließlich nicht energetischer Verbrauch). Der Rest (2 %) dient zur Strom-, Fernwärme- und Gaserzeugung.
Schweres Heizöl muss dagegen für Transport und Verbrennung vorgewärmt werden. Vom Verbrauch an schwerem Heizöl entfallen rund 62 % auf die Chemische Industrie, 12 % werden in der Eisen- und Stahlerzeugung und 2 % für die Stromerzeugung in öffentlichen Elektrizitätswerken eingesetzt. Fast ein Viertel werden in der Industrie zu Erzeugung von Prozesswärme genutzt.
Im Rahmen der Umweltschutzbestimmungen der EU ist auch die Richtlinie zur Begrenzung des Schwefelgehaltes erlassen worden. Danach darf schweres Heizöl ab 2003 nur noch mit Schwefelgehalten unter 1 % verwendet werden, leichtes Heizöl wird ab 2008 auf Schwefelgehalte von 0,1 % begrenzt. Für die Einhaltung dieser Grenzwerte sind in den Raffinerien zusätzliche Kapazitäten zur Entschwefelung zu schaffen, indem zusätzliche Hydrofiner bzw. Hydrotreater errichtet werden. Der zusätzliche Wasserstoff- und Energieverbrauch dieser Anlagen trägt zur Erhöhung der CO2-Emissionen der Raffinerien bei.



Oktanzahl

Bei der Bestimmung der Klopffestigkeit von Ottokraftstoff wird ein besonderer Einzylinder-Prüfstandsmotor verwendet. Je nach Arbeitsbedingungen liefert er die ROZ (Research-Methode) oder die MOZ (Motor-Methode). Alle Einzelheiten des Messverfahrens sind in DIN 51 756 festgelegt. Beide Oktanzahlen charakterisieren unterschiedliche Kraftstoffeigenschaften, die MOZ ist insbesondere ein Hinweis auf das Hochgeschwindigkeits-Klopfverhalten. Die ROZ ist in Deutschland durch die Norm DIN EN 228 für Normalbenzin auf mindestens 91, für Superbenzin auf mindestens 95 und für Super Plus auf mindestens 98 festgelegt.



OPEC

Organization of the Petroleum Exporting Countries

Die OPEC wurde im Jahr 1960 gegründet und hat ihren Geschäftssitz in Wien. Ihre besondere Bedeutung für den Weltölmarkt ergibt sich daraus, dass zum einen in den Mitgliedsländern dieser Organisation rund zwei Drittel der nachgewiesenen Weltölreserven lagern und sie zum anderen mit einer Ölförderung weit über den eigenen Bedarf hinaus einen wesentlichen Teil des Ölbedarfs anderer Länder decken.

Die OPEC hatte sich bei ihrer Gründung zum Ziel gesetzt, die Mitgliedsländer gegen einen Preisverfall und eine Verringerung ihrer Einnahmen aus der Ölförderung abzusichern und im gegenseitigen Interesse eine gemeinsame Ölpolitik zu betreiben. Herausragende politische Bedeutung erhielt die OPEC in den 70er Jahren, als sie durch die Nationalisierung der ausländischen Fördergesellschaften und schockartige Preiserhöhungen die Geschehnisse am Weltölmarkt bestimmte.

Mitglieder: Arabische Emirate, Indonesien, Libyen, Algerien, Irak*), Nigeria, Ecuador**), Iran*), Katar, Gabun**), Kuwait*), Saudi-Arabien*), Venezuela*)

*) Gründerstaaten der OPEC
**) Ecuador und Gabun sind 1992 bzw. 1996 aus der OPEC ausgeschieden.



Ottokraftstoff

Ottokraftstoff ist die offizielle Bezeichnung für Normal- (Regular-) und Super- ¬(Premium-) Kraftstoffe für Vergaser- und Einspritzmotoren mit Fremdzündung (Ottomotoren). Wichtigste Kriterien der Ottokraftstoffe sind Klopffestigkeit, hoher Energiegehalt, gute Vergasbarkeit und geringe Rückstandsbildung im Kraftstoffsystem und im Motor. Die Qualitätsanforderungen sind in der DIN EN 228 Ottokraftstoff festgelegt.



Petrochemie

Als Petrochemie (in der ehem. DDR richtiger „Petrolchemie" genannt) wird die auf Erdölbasis arbeitende Erzeugung von chemischen Primärprodukten von der Mineralölverarbeitung abgegrenzt. Rohstoff der Petrochemie ist in erster Linie Rohbenzin. In besonderen Fällen kommen auch Mitteldestillate oder Destillationsrückstände in Betracht. Die primäre Verarbeitungsanlage ist der Steamcracker. Ausgehend von Olefinen mit zwei bis vier Kohlenstoffatomen im Molekül und Aromaten wie Benzol, Toluol und Xylolen werden vorwiegend Kunststoffe, aber auch Weichmacher, Waschrohstoffe, Lösemittel und Vorprodukte für die chemische Weiterverarbeitung erzeugt.



Petroleum

Wortbildung aus petros (griech.) = Fels und oleum (lat.) = Öl, also Felsöl/Steinöl. Petroleum ist eine als Brennstoff, als Leuchtöl und zu Putzzwecken benutzte Fraktion der Rohöldestillation im Siedebereich von etwa 150 °C bis 250 °C. Hauptverwendungszweck von Petroleum ist der Einsatz als Flugturbinenkraftstoff, wie er in der Luftfahrt verwendet wird. Die englische Bezeichnung für Petroleum ist Kerosin (Kerosene). „Petroleum" in englischsprachigen Texten bedeutet „Mineralöl".



Pipeline

Rund 80 % aller in deutschen Raffinerien eingesetzten Rohölmengen werden durch Rohölfernleitungen transportiert. Daneben dienen Fernleitungen auch dem Transport von Halbfertig- und Fertigprodukten zwischen den Raffineriezentren. Das Rohölfernleitungsnetz in Deutschland hat eine Gesamtlänge von über 2000 km.